Texte des Menschenrechtsbundes

Berta von Suttner

Geboren am 9. Juni 1843 in Prag, gestorben am 21.6. 1914 in Wien

Zusammenfassung von Barthold Olbers

http://homepage.hamburg.de/menschenrechtsbund/suttner.html

 

Von der Geburt 1843 bis 1886 

Berta von Suttner wurde am 9.6.1843 in Prag geboren. Sie war die Tochter des Hocharistokraten Graf Kinsky und einer geadelten Bürgerlichen. Nach dem frühen Tode des Vaters erhielt sie eine umfangreiche sprachliche, musikalische und literarische Ausbildung.

 

Sie nahm die Stellung als Privatsekretärin bei dem Industriemagnaten und Erfinder des Dynamits Alfred Nobel in Paris an. Mit ihm verband sie zeitlebens eine enge persönliche Freundschaft. Am 12.6.1876 heiratete Frau von Suttner.

 

Im Mai 1885 kehrte das Ehepaar von Suttner nach Wien zurück und bezog nach Aussöhnung mit den Eltern das einsam gelegene Gut Harmannsdorf, das Familienschloß der Suttners im Waldviertel bei Eggenburg. Beide Ehepartner gehen umfangreichen schriftstellerischen Arbeiten nach und unternehmen ausgedehnte Reisen durch ganz Europa. Im Oktober besucht Berta den Schriftstellerkongreß in Berlin.

 

Ihr Einstieg in die Friedensbewegung

Im Rahmen ihrer zahlreichen Vortragsreisen hielt sie sich im Winter 1886/1887 in Paris auf. Dort hörte sie zum ersten Mal von der „englischen Friedensgesellschaft“ (Renate von Walther, Link fehlt noch) bzw. „Friedens- und Schiedsgerichtsverein“ („Kurzbiografie“ Link fehlt noch ).Ziel dieser Organisation war es, ein internationales Schiedsgericht einzusetzen, das Streitigkeiten zwischen Völkern und Ländern durch ein Schiedsgerichtsverfahren, also nicht mehr mit Waffengewalt, lösen sollte. Dieser Kontakt hat wesentlich zur friedenspolitischen Ausrichtung der Frau von Suttner beigetragen. Dieses Ziel fand später Aufnahme in die Programme der Österreichischen und der Deutschen Friedensgesellschaft und wurde 1948 zu einem der Kernpunkte bei den Gründungen der Weltföderalisten und der Weltbürger.

 

Beeindruckt durch die Begegnung von 1987 schrieb sie von 1987 bis 1989 ihren Roman „Die Waffen nieder!“, der 1889 gedruckt wurde. Er ist ein sehr persönliches leidenschaftliches Plädoyer gegen den Wahnsinn des Krieges. Er wurde ihr größter literarischer Erfolg, erschien in 37 Auflagen, wurde in über ein Dutzend Sprachen übersetzt und machte Berta von Suttner mit einem Schlag weltberühmt. Sie wurde dadurch zur Symbolfigur der Friedensbewegung und stellte ihr Leben ganz in den Dienst der Idee, die Welt zur Niederlegung der Waffen zu bewegen. Dieser Roman gilt als Wendepunkt für die internationale Friedensbewegung: hin zur Massenwirkung des Friedensgedankens! 1903 erschien der Folgeroman „Marthas Kinder“.

 

Den Winter 1890/91 verbrachte das Ehepaar Suttner in Venedig und lernte dort Teilnehmer der „Interparlamentarischen Konferenzen“ kennen. Das war eine Gemeinschaft von pazifistischen Parlamentariern aus mehreren Ländern, die sich ab 1910 „Interparlamentarische Union“ nannte. Bertha von Suttner wurde dort zur Mitanregerin der "Friedensgesellschaft Venedig", und sie setzte sich für die Gründung der "Interparlamentarischen Gruppe Österreich" ein.

 

Vom 11. bis 14. September 1891 sollte in Rom der „3. Weltfriedenskongreß“ stattfinden. Das ermutigte Berta von Suttner dazu, am 3. September in der Wiener Zeitung „Neue Freie Presse“ einen Aufruf zur Gründung einer Österreichischen Gesellschaft der Friedensfreunde zu veröffentlichen. Dieser Aufruf hatte einen unerwartet großen Erfolg. Er führte zur Gründung der „Österreichischen Friedensgesellschaft“. Sie wurde zur Präsidentin gewählt und blieb es bis zu ihrem Tode 1914. In dieser Funktion nahm sie als Vertreterin Österreichs am Kongreß der internationalen Friedensbewegung in Rom teil.

 

1892 gründeten Berta von Suttner und Erich Fried die Deutsche Friedensgesellschaft (DFG).

 

1891 gegen Antisemitismus

1891 regte Artur Gundaccar von Suttner in Wien die Gründung des "Vereins zur Abwehr des Antisemitismus" an. Es sollte eine Ergänzung zur Österreichischen Friedensgesellschaft sein. Er ging von dem Gedanken aus, daß die Herstellung des inneren Friedens eine Grundvoraussetzung für die Herstellung des äußeren Friedens sei. Auch Berta von Suttner engagierte sich leidenschaftlich gegen den Antisemitismus, den sie als einen "Rückfall ins Mittelalter" (Memoiren) empfand. Doch fast alle Artikel der Suttners gegen den Rassenhaß schickten die Zeitungen ungedruckt zurück. Wir sehen hier, daß der Antisemitismus keineswegs von den Nationalsozialisten erfunden worden ist sondern auf älteren Wurzeln beruht.

 

Friedensnobelpreis für Berta von Suttner

Nach dem Tode ihres Mannes 1902 stellte Berta von Suttner sich ganz in den Dienst des Friedens. Auf ihren internationalen Vortragsreisen warb sie eindringlich für die Friedensbewegung, vor allem für Schiedsgerichtsbarkeit und Abrüstung. Ihr beeindruckendes Engagement für den Frieden und ihre langjährige Freundschaft mit Alfred Nobel haben ihn dazu bewogen, 1895 den Friedensnobelpreis zu stiften, der 1901 zum ersten Mal vergeben wurde. 1905 war Berta von Suttner die erste Frau, die diesen Preis erhielt.

 

Alfred Nobel und der Friedensnobelpreis

Alfred Nobel lebte von 1833 – 1896. Mein Lexikon nennt ihn einen schwedischen Chemiker. Er erfand das Dynamit und die Sprenggelatine. Durch seine über die ganze Erde verstreuten Sprengstofffabriken erwarb er ein riesiges Vermögen. 1895 stiftete er mit 32 Millionen Kronen den Fonds des Nobelpreises. Der Nobelpreis wird seit 1901 in der Regel jährlich an herausragende Persönlichkeiten vergeben. Alfred Nobel mußte erfahren, daß seine Erfindungen insbesondere im Krieg eingesetzt wurden. Sein Engagement für den Frieden wurde durch seine langjährige Freundin Bertha von Suttner beeinflusst.

 

 

Berta von Suttner starb am 21.6.1914 in Wien.